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Die Überraschung war zum Greifen nah, am Ende zogen die Sindelfinger Bundesliga-Handballerinnen beim HC Leipzig ganz knapp den Kürzeren. Trotz eines Sechs-Tore-Vorsprungs stand es am Ende 30:28 (13:14) für die Gastgeber und damit war der VfL aus den Play-offs ausgeschieden. Beste Werferinnen waren Ania Rösler (HC Leipzig, 12 Tore) und Marielle Bohm (VfL Sindelfingen, 9 Treffer). „Ich muss meiner Mannschaft für diese Leistung ein großes Kompliment machen. Wir waren spielerisch überlegen und können trotz der Niederlage erhobenen Hauptes aus der Halle gehen“, sagte VfL-Sportmanager Dago Leukefeld nach der Partie. „Jeder sagte uns nach dem Spiel, dass wir den Sieg verdient gehabt hätten.“
Der Sindelfinger Trainer konnte auf Spielmacherin Maren Baumbach (Teilabriss der Fußsohlensehne) und Nadine Härdter (Bandscheibenprobleme) zurückgreifen. Verzichten musste Leukefeld auf Vilma Gainskyte (Grippe), Jasmin Ott (Kreuzbandriss) und Teamcaptain Iris Cartarius, die nach ihrer Lippenverletzung geschont wurde.
Trotz der 22:25-Niederlage im Hinspiel und zweier Tore von Ania Rösler für den HC Leipzig zu Beginn der Partie, zeigten die Sindelfinger Spielerinnen, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Silke Meier, Milena Rösler und Marcella Deen trafen in der 4. Spielminute zum 3:2 für die Gäste. Auch in den kommenden Minuten präsentierte sich der VfL auf Augenhöhe mit dem deutschen Meister und ließ nur wenige Chancen zu. In der 11. Spielminute war die Partie ausgeglichen (7:7), fünf Minuten später lag Sindelfingen mit 9:7 vorne. Doch Leipzig konnte den Rückstand schnell aufholen und glich in der 22. Spielminute zum 10:10 aus. „Vor allem Ronja Grabowski hat in dieser Phase im Tor eine tolle Leistung gezeigt“, so Leukefeld. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen, Maren Baumbach erzielte mit der Halbzeitsirene die 14:13-Führung für den VfL Sindelfingen.
Kurz nachdem die Schiedsrichter die zweite Hälfte angepfiffen hatten, gab es ungläubige Blicke in der Leipziger Arena: Die Anfangsphase wurde vom Auftreten der Gäste dominiert, Sindelfingen legte los wie die Feuerwehr und baute die Führung durch Treffer von Marielle Bohm und Silke Meier auf 16:13 aus. Das Team von Dago Leukefeld agierte mutig nach vorne und spielte sich in einen regelrechten Torrausch. In der 37. Spielminute stand es 21:15 für den VfL – sechs Treffer Vorsprung, die Überraschung schien zum Greifen nah. Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen und kamen in die Partie zurück: In der 42. Spielminute stand es 22:18, in der 48. Spielminute nur noch 25:22 für Sindelfingen. Besonders Ania Rösler, die Schwester von Milena, zeigte in dieser Phase eine bärenstarke Leistung und erzielte Tore im Minutentakt. Den VfL verließen jetzt die Kräfte und der Vorsprung schmolz. Nach einer zweiminütigen Zeitstrafe für Abwehrchefin Marielle Bohm in der 53. Spielminute hatte Sindelfingen den Gastgebern nur noch wenig entgegenzusetzen: Leipzig glich in der 57. Spielminute zum 28:28 aus und übernahm jetzt endgültig die Kontrolle. Die Gäste konnten keinen Angriff mehr erfolgreich abschließen, dafür traf der deutsche Meister noch zwei Mal zum 30:28-Endstand. „Enttäuschung und Stolz halten sich bei mir die Waage. Wir haben mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ein richtig gutes Handballspiel abgeliefert, jede Spielerin hat stark gespielt. Das Team kann stolz auf sich sein“, lobte Dago Leukefeld seine Sportlerinnen.
Für den VfL Sindelfingen sind die Play-offs damit im Viertelfinale beendet. Coach Leukefeld hat dem Team bis zum 01. Mai trainingsfrei gegeben. Anschließend startet die Saisonvorbereitung, offizieller Trainingsauftakt ist am 18. Juli.
Torschützen:
VfL Sindelfingen: Grabowski, Kuhlmann; Härdter (1), Fischer, Engel, Bohm (9/ davon 1 Siebenmeter), Breidert, Deen (5), Meier (4/1), Baumbach (4), Rösler (2), Großmann (3), Cartarius