nächstes Spiel 03.04.11 16:00 Uhr
nächstes Spiel 10.04.11 15.00 Uhr
Acht Teams müssen in der Handball-Bundesliga der Frauen nachsitzen. Doch bei keinem dürfte die Freude über die Teilnahme an der Play-off-Runde so groß sein wie beim VfL Sindelfingen. „Das ist ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte“, so Trainer Dago Leukefeld vor dem ersten von zwei Duellen mit dem deutschen Meister HC Leipzig (Sonntag, 16 Uhr, Sommerhofenhalle).
Auch sechs Tage nach dem 31:27-Erfolg über Tabellenführer Thüringer HC ist Dago Leukefeld noch stolz wie Oskar. „Wir haben in diesem Spiel erstmals ein Duell auf der Torhüter-Position gewonnen. Ronja Grabowski hat in der ersten Halbzeit grandios gehalten, Vilma Gainskyte in der zweiten“, so der VfL-Coach. Dennoch muss die litauische Nationaltorhüterin am Saisonende ihre Koffer packen. Als Nachfolgerin soll Natalie Hagel kommen – als klare Nummer eins. „Das hat uns in dieser Saison gefehlt“, sagt Dago Leukefeld.
Der Sindelfinger Trainer hofft, dass sich Gainskyte in den beiden Spielen gegen Leipzig noch mal von ihrer besten Seite zeigt. Ob sie oder Ronja Grabowski am Sonntag gegen den deutschen Meister zu Beginn im Tor steht, will Dago Leukefeld kurzfristig entscheiden: „Das wird eine Bauch-Entscheidung.“
Offen ist auch, ob die zweite Garde um Kathrin Fischer, Cassandra Engel und Ina Großmann beginnt. „Gegen den Thüringer HC hat es sich ausgezahlt, dass wir in der zweiten Halbzeit Marielle Bohm und Marcella Deen von der Bank ins Spiel bringen konnten“, so Dago Leukefeld.
Am Sonntag gegen Leipzig stehen auch Maren Baumbach und Nadine Härdter zumindest für Teileinsätze wieder zur Verfügung. „Von einer deftigen Niederlage bis zu einem knappen Sieg ist alles drin“, sagt der Sindelfinger Trainer. Für den gebürtigen Thüringer ist der „HC Leipzig das einzige Aushängeschild im Frauen-Handball“. Entsprechend groß ist sein Respekt vor dem Titelverteidiger: „Wir können uns nur achtbar aus der Affäre ziehen, wenn wir uns mit bedingungslosen Minuten reinhängen.“
In der kommenden Saison, nach dem Umzug nach Stuttgart, will sich Dago Leukefeld mit seinem Team dauerhaft in der nationalen Spitze etablieren. Dafür soll auch Anita Herr sorgen. Die 24-jährige ungarische Nationalspielerin kommt vom Liga-Rivalen Frisch Auf Göppingen (die SZ/BZ berichtete exklusiv) und soll als Linkshänderin den rechten Rückraum verstärken.
Dafür wird Iris Cartarius eine Pause vom Handball einlegen. Dago Leukefeld hätte seine Spielführerin weiter gern im Team gesehen: „Menschlich hatten wir ein sehr gutes Verhältnis. Mit ihr verlieren wir eine Identifikationsfigur. Manchmal passt die Spielphilosophie von Trainer und Spielerin nicht zusammen.“ Aber mindestens zwei Mal wird die gebürtige Sindelfingerin noch das VfL-Trikot überziehen. Setzt sich der VfL in den zwei Duellen gegen Leipzig durch (Rückspiel am Sonntag, 10. April) geht es Ende April/Anfang Mai im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den Sieger der Partie FHC/Frankfurt/Oder – Buxtehuder SV.