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Das vermutlich letzte Heimspiel der Sindelfinger Bundesliga-Handballerinnen in dieser Saison wollten mehr als 400 Zuschauer sehen. Durch einen Fanbus des HC Leipzig war die Stimmung in der Sommerhofenhalle klasse.
Prominenz: Als prominente Gäste waren Ex-Coach Jörg Plankenhorn, Kickers-Präsident Jürgen Hollenbach und Henry Treubert, Manager der deutschen Behinderten-Volleyballnationalmannschaft dabei. Auch Hannah Galinskaya, die nach der vergangenen Saison aufgehört hatte, fand den Weg in die Halle. Die ehemalige VfL-Spielerin musste aufgrund ihrer Schwangerschaft mit dem Handball pausieren.
Familienduell: Im Familienduell Ania Rösler (HC Leipzig) gegen Milena Rösler (VfL Sindelfingen) setzte sich die größere Schwester durch. Ania erzielte sechs Tore, während Milena nur auf einen Treffer kam. Die beiden schenkten sich nichts und lieferten sich packende Zweikämpfe auf den Außenbahnen. "Es ist immer etwas Besonderes gegen die eigene Schwester zu spielen, wobei man gerade im Zweikampf nicht darauf achtet", so Milena.
Defensive: Ein Lob verteilten beide Trainer nach der Partie an ihre Abwehrreihen. "Unsere Stärke ist unsere Defensive, aber auch Sindelfingen hat sehr stark in der Abwehr gespielt", so Gästecoach Heine Jensen. Ähnlich sah es Dago Leukefeld: "Beide Teams haben in der Defensive stark gespielt, die Offensive hatte es schwer."
Jobwechsel: Heine Jensen ist seit kurzem neuer Bundestrainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Für VfL-Sportmanager Leukefeld, der selbst von 2000 bis 2001 das deutsche Team betreut hat, ist der Däne der richtige Mann: "Heine ist mit seiner offenen und kommunikativen Art wie geschaffen für den Posten. Er besitzt ein großes Fachwissen und verfügt über viel Erfahrung im Frauenhandball." Einen Seitenhieb auf seinen ehemaligen Arbeitgeber konnte sich der gebürtige Thüringer nicht verkneifen: "Es wundert mich, dass der DHB in der Lage ist, gute Entscheidungen zu treffen." Für Jensen ist der Bundestrainerposten eine "sehr interessante Aufgabe". Vielleicht wird es dann neben Nadine Härdter künftig weitere Nationalspielerinnen im Trikot des VfL geben, denn der Däne kündigte an, in den kommenden Wochen auch mit Sindelfinger Spielerinnen zu reden.
Comeback: Nach dreimonatiger Verletzungspause gab Spielmacherin Maren Baumbach ihr Comeback. In der 15. Minute schickte VfL-Sportmanager Dago Leukefeld die 30-Jährige auf das Spielfeld, und sofort sorgte sie für Belebung. "Sie hat ein super Comeback gegeben. Maren ist unser Motor, und man hat nach ihrer Einwechselung gemerkt, dass wir deutlich ideenreicher gespielt haben", so Leukefeld. Am Ende der Partie hatte Baumbach fünf Tore erzielt. Noch ist unklar, ob er sie auch im Rückspiel einsetzen kann. Möglicherweise wird sie ebenso geschont wie Nadine Härdter, die am Sonntag wegen ihrer Bandscheibenprobleme voraussichtlich nicht auflaufen wird.
Neuzugänge: Die Personalplanungen für die neue Saison laufen bereits auf Hochtouren, in dieser Woche sollen die Verträge mit zwei Neuzugängen unter Dach und Fach gebracht werden. Trainer Leukefeld kündigte an, den VfL sowohl auf der Torhüterposition als auch am Kreis zu verstärken.
Rückspiel: Trotz der 22:25-Niederlage hofft der VfL auf eine Überraschung im Rückspiel. Dago Leukefeld: "Wir wollen in Leipzig ein tolles Handballspiel zeigen und alles geben. Schon im Rückspiel der Punkterunde waren wir dort nicht chancenlos." Der 47-Jährige hofft natürlich auf die Unterstützung zahlreicher Fans in Leipzig.
Abschied: Nach der Partie ergriff Manfred Stock das Wort. Der Handball-Abteilungsleiter verabschiedete sechs Spielerinnen: Iris Cartarius (Auszeit), Cassandra Engel (TuS Metzingen), Kathrin Fischer (Neckarsulmer Sport-Union), Annika Kuhlmann (wechselt in den Trainerstab), Verena Breidert (TG Nürtingen) und Vilma Gainskyte (Ziel unbekannt). Verabschiedet wurde auch Claudia Klopfer. Die sportliche Leiterin hört aus familiären Gründen auf. Sie kam 1987 zum VfL Sindelfingen und agierte erst als Spielerin, dann im organisatorischen Bereich.