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Was Sportmanager Dago Leukefeld von den Bundesliga-Handballerinnen des VfL Sindelfingen an Weihnachten alles auf seinem Wunschzettel stehen hatte, bleibt sein Geheimnis. Doch eine Sache hat er ganz sicher herbeigesehnt: Platz sieben in den Play-offs und den deutschen Meister HC Leipzig als Viertelfinalgegner.
Dass ihm seine Mannschaft nach dem fulminanten 31:27-Sieg gegen Tabellenführer Thüringer HC vergangenes Wochenende diesen Wunsch erfüllt hat, lässt den gebürtigen Thüringer vor dem anstehenden Play-off-Hinspiel am Sonntag um 16 Uhr in der Sindelfinger Sommerhofenhalle gelassen auftreten: "Wir wissen jetzt, dass wir jeden schlagen können."
Der HC Leipzig scheint den Sindelfingerinnen als Gegner zu liegen. Im Heimspiel vergangenen Oktober hatte der VfL bei der unglücklichen 26:27-Niederlage bereits an einer Sensation geschnuppert, und auch das Rückspiel in Leipzig war mit 24:28 nicht so deutlich, wie das Ergebnis es vermuten lässt. "Knüpfen wir an die herausragende Leistung gegen Thüringen an, ist für uns allemal was drin", ist Dago Leukefeld zuversichtlich. Vor allem die beiden Torhüterinnen Ronja Grabowski und Vilma Gainskyte, deren Vertrag nicht über die Saison hinaus verlängert wird, haben zum Sieg maßgeblich beigetragen. "Aber auch läuferisch waren wir dem THC überlegen", sagt Leukefeld, der gemeinsam mit seiner Mannschaft neues Selbstvertrauen getankt hat.
Mit dem amtierenden deutschen Meister und aktuellen Tabellenzweiten HC Leipzig kommt nun also der nächste schwere Brocken. 21 Meistertitel, sieben Pokalsiege und vier Europapokalsiege hat das Aushängeschild des deutschen Frauenhandballs in den vergangenen Jahren gesammelt. Und tanzte auch in dieser Saison mit dem Meisterschaftsfinale, dem Pokal-Final-Four und dem Viertelfinale in der Champions League auf drei Hochzeiten. Trainer Heine Jensen, der nach den Play-offs in Leipzig aufhört und Bundestrainer wird, kann dabei auf einen mit Nationalspielerinnen, erfahrenen Routiniers und hoffnungsvollen Nachwuchstalenten gespickten Kader zurückgreifen. "Wir haben nicht ohne Grund riesigen Respekt vor dem Gegner. Aber wir haben jetzt auch Blut geleckt und wollen vor dem Umzug nach Stuttgart noch einmal alles geben", verspricht Leukefeld.
Sollte der VfL tatsächlich ins Halbfinale kommen, stünde ein weiteres Spiel in der Sommerhofen halle an, und zwar am Mittwoch, 27. April. "Das wäre toll, wenn wir da nochmals vor dem Sindelfinger Publikum auftreten könnten", so Leukefeld, der sich zunächst aber am Sonntag die volle Unterstützung der VfL-Fans erhofft. "Die Halle soll aus allen Nähten platzen." Für die Besucher gibt es dann ein kleines Bonbon: Mit der Eintrittskarte vom Sonntag gibt es den Eintritt beim ersten Heimspiel der neuen Saison in der "Scharrena" zum halben Preis. "Wir werden da gegen einen Aufsteiger spielen, vielleicht wird es ja gleich ein Derby gegen den TV Nellingen", so Leukefeld.
Doch zunächst steht der kommende Sonntag auf dem Programm. Die Spielerinnen sind heiß auf den Kampf. Für Nadine Härdter wird es nach ihren Bandscheibenproblemen wohl ebenso nur zu Kurzeinsätzen reichen wie für die Langzeitverletzte Maren Baumbach, die sich bereits seit Monaten mit einem Teilabriss der Fußsohlensehne herumplagt.